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Bearbeiter der Masterarbeit

Alex Maier

Abgabe

Februar 2017

Inhalt der Arbeit

In der Berufswirklichkeit wird der agile Entwicklungsprozess erst nach längerer praktischer Einarbeitung von einem Team beherrscht. Wenn die Hochschullehre auf diese Entwicklungsmethodik vorbereiten soll, so muss den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, sich nicht nur theoretisches Prozesswissen anzueignen, sondern die agilen Prozesse auch praktisch zu üben. Nur so kann sich der Studierende eine Grundlage für die spätere Praxis verschaffen.

Es muss also ein Lernraum geschaffen werden, der die Simulation eines agilen Softwareentwicklungsteams  darstellt, und gleichzeitig den Rahmenbedingungen und Grenzen einer Hochschul-Lehrverstaltung Rechnung trägt. Hier ist insbesondere das enge Zeitbudget (normalerweise höchstens ein Tag pro Woche pro Lehrveranstaltung) sowie das potentiell geringere Maß an Verbindlichkeit in studentischen Veranstaltungsteam zu nennen. Studierende belegen in einem Semester parallel mehrere Projekte und Veranstaltungen, und können somit nicht voll in einem Projekt nach vorgegeben Vorgehen arbeiten. Dies führt dazu, dass im Lehrkontext zum Beispiel ein 3-Wochen-Sprint nach SCRUM de facto nur drei Arbeitstage umfasst. Die kleine Teamgröße führt zwangsläufig zur Übernahme mehreren Rollen. Alle diese  Faktoren stellen ein Hindernis dar beim Lernen und Leben der agilen Prozesse.

Neben dem agilen Vorgehen hat eine Lehrveranstaltung immer auch einen softwaretechnischen Schwerpunkt. Werden beispielsweise bestimmte Architekturmuster und/oder Frameworks vorgeschrieben, müssen sich die Studierenden auch in diese Themen einarbeiten. Eine weitere Herausforderung ist es daher, beide Lernziele (Softwaretechnik und agile Prozessbeherrschung) gegeneinander abzuwägen und auszubalancieren.

Zielsetzung der Arbeit

Ein geeignetes Format für die Simulation einer agilen Entwicklungssituation ist das „Guided Project“ im Studiengang Informatik Master der TH Köln. In einem Guided Project sollen die Studierenden in Teams eine fachliche Aufgabenstellung im Rahmen eines Projekts bearbeiten. Der Dozent leitet die Studierenden intensiv an, damit diese die gesetzten Lernziele erreichen können. Eins der Ziele ist es, das Gelernte durch praktische Erfahrungen zu festigen. Weitere wichtige Ziele sind die Förderung von Problemlösungskompetenz,  Selbstmanagementfähigkeit sowie der Fähigkeit zum  selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten.

Am Beispiel dieser konkreten Veranstaltung soll ein ganzheitliches Lehrkonzept „Agilität“ entwickelt werden, das die beschriebenen Herausforderungen adressiert. Dabei sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen:

  • Welche Kompetenzen sind für das agile Vorgehen relevant?
  • Wie kann ein „maßgeschneiderter“ agiler Prozess aussehen, um das agile Vorgehen den Studierenden im Rahmen der Veranstaltung näher zu bringen?
  • Welche Werkzeuge/Tools sind essentiell um das agile Vorgehen praxisnahe zu erleben? Wie können diese in einem Hochschulkontext effizient betrieben werden, mit möglichst hohem Freiheitsgrad für die Studierenden?
  • Wie kann agile Prozessbeherrschung bewertet werden (Benotung), beispielsweise durch pragmatische KPIs zur Messung von agiler Prozesstreue und Softwarequalität?

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